Interessen

In der Intensität stark schwankend, je nach saisonalen, meteorologischen, pekuniären, zeitlichen und gesundheitlichen Randbedingungen.

Basteln (Was willst Du nur mit all dem Werkzeug?)

Sehr früh musste ich lernen, wenn ich etwas spezielles haben wollte -- nie habe ich mich mit dem Standard zufrieden gegeben -- mir entweder das Geld dafür zu verdienen, oder es selbst herzustellen. Dabei sind sehr viele Fertigkeiten zustande gekommen und es haben sich auch eine Menge guter Werkzeuge -- in meinen Augen absolut unverzichtbar -- angesammelt. Heute geht es immer mehr darum mein Wissen und meine Fertigkeiten an meine Söhne weiterzugeben.

Hier einige Themenbereiche:

Metall
Sehr früh habe ich den Umgang mit Metall von meinem Vater gelernt. So habe ich mir mit 12 Jahren meine eigenen Pfeilspitzen geschmiedet und an meinem Fahrrad geschraubt und auch schon meine Räder selbst aufgespeicht, weil ich eine Kettengangschaltung haben wollte. Später habe ich dann auch an meinen Autos und Motorrädern geschraubt. Im Grundpraktikum für mein Studium musste ich dann 7 Wochen feilen, habe aber auch Kurse in Drehen, Autogenschweissen, Elektro- und Schutzgasschweissen, Schmieden usw. absolviert. In einigen Ferienjobs habe ich mir dann mein Geld im Maschinenbau verdient. Zum Schrauben habe ich jetzt eigentlich keine Zeit mehr, aber gelegentlich wird eine notwendige Reparatur noch selbstgemacht. Viel lieber baue ich mir ein Messer, oder irgendetwas für mein Mittelalterhobby.
Elektronik
Angefangen hat es mit Audio auf der damaligen analogen HiFi-Welle. Die Mischpulte und Verstärker die ich haben wollte, konnte ich nicht bezahlen. Folglich wurde wieder selbst gebaut. So habe ich mich um 1972 mit den zu der Zeit brandneuen Operationsverstärkern, Darlington- und Feldeffekttransitoren -- sehr zur Verblüffung meines Physiklehrers, dessen Unterricht ich kotzlangweilig fand -- beschäftigt. Der eine und andere dieser teuren Transitoren hat sich auch in Rauch aufgelöst, aber zum Schluss hatte ich, was ich haben wollte. Ein Ideenlieferant dabei war mein -- leider viel zu früh verstorbener -- Freund Martin Rischko, der zu der Zeit bereits eine Lehre als Radaranlagen-Elektroniker machte und mir einihe Richtungen weisen konnte. Bei der Bundeswehr habe ich dann in Abendkursen -- neben der normalen 4-jährigen Dienstzeit in der Fernmeldetruppe -- an der Fachschule für Radio- und Fernsehtechnik meinen Elektroniker gemacht. Irgendwann wurde es mir zu langweilig Arbeitspunkte von Transitoren zu berechnen und ich bin bei den Computern gelandet. Erst bei der Digitaltechnik und dem Assemblerprogrammierer im Abendkurs, dann im Studium der Technischen Informatik.
Holz
Es hat schon etwas gedauert, bis ich mit diesem schönen Werkstoff klar gekommen bin. Angefangen hat es damit Lautsprecherboxen zu bauen (s.o.). Ein paar frühe Experimente einen guten Bogen zu bauen gab es auch. Nachdem ich viel gelesen und ausprobiert habe, kann ich recht gut mit klassischem Handwerkszeug umgehen, aber mit großen Maschinen habe ich keine Erfahrung. Für meine Heim- und Mittelalterprojekte reicht es aber, ausserdem ist es per Hand viel entspannender. Schnitzen ist auch eine schöne Beschäftigung.
Leder
Mit dem Leder ist es wie mit dem Holz. Ganz klassisch komme ich damit gut zurecht und es reicht für meine Belange mir Ausrüstung für den Bogensport und dem Mittelalter-Reenactment selbst herzustellen. Mein Qualtitätsanspruch ist wieder einmal deutlich höher als das Angebot der meisten Mittelaltermärkte. Es muss also wieder selbst gemacht werden. Verkauft wird davon nichts, denn die dafür verwendete Zeit wäre nicht bezahlbar. Wie ich mir meine mittelalterlichen Schuhe selbst zu nähen habe, konnte ich bei Gjalt de Wabbere lernen. Auf jeden Fall konnte ich meine Nähkünste für Reparaturen anderer Werkstoffe wie Segel und Zelte schon gut gebrauchen.
Farbe
Mit Farbe stehe ich auf dem Kriegsfuß. Immer wieder deckt sie nicht wie ich es möchte, oder es gibt Rotznasen. Ich habe es auch schon fertig gekriegt mit Hammerschlag blau eine Matt-graue Lackierung zu spritzen. Daher gehe ich lieber andere Wege. Holzprojekte öle und wachse ich lieber. Die Fa. Dictum hat da tolle mischbare Produkte wie Tungöl, Orangenöl, Bienenwachs usw. Bei mittelalterlichen Outdoor-Projekten experimentierte ich mit Mischungen aus Holzteer und Leinölfirnis. Nachdem ich herausgefunden habe, dass ca. 50% zu 50% hervorragend funktioniert, habe ich entdeckt, dass ein dänischer Hersteller genau diese Mischung bereits fertig anbietet.

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Computer (Machst Du was sinnvolles, oder spielst Du schon wieder mit der Kiste?)

Ein wenig Erfahrung habe ich schon mit diesen Kisten. So habe ich 1976 meine ersten Assemblerprogramme in Lochkarten gestanzt. Mit dem Eurocom2 von Eltec hatte ich dann Ende 1978 meinen ersten eigenen Computer mit einer 6809 CPU von Motorola und 48kB RAM zu Hause. Floppy-Disk-Controller und SCSI-Controller waren zu der Zeit mit je mehren Tausend D-Mark unbezahlbar. Da mussten zwei digitale Phillips Kassetten-Laufwerke mit je 40kByte reichen. Für den Preis der Grundplatine bekommt man heute 3 vollständige PCs. An Programmen gab es praktisch nichts und alles was ich haben wollte, musste ich mir im 6809 Assembler selbst schreiben.

1980 habe ich mir dann auf der Basis vom Z80 Bausatz in der MC von Rolf Dieter Klein einen eigenen Rechner entwickelt. Vom Bausatz ist nur die modifizierte CPU-Platine übrig geblieben, denn die IO-Platine und die Floppy-Controller-Platine waren durch Fehler im Platinen-Layout von Rolf-Dieter Klein nicht Interrupt-fähig und der Controller mit analogen Schwingkreisen recht abenteuerlich und temperaturabhängig. Dazu habe ich in Z80-Assembler ein eigenes BIOS geschrieben und CP/M erst angepasst und dann komplett im Z80-Assembler neu geschrieben.

Die verbauten Komponenten kosteten noch ein irrsinniges Geld. Da hat ein einfaches ASCII-Terminal 2800 D-Mark und ein 8 Zoll Floppylaufwerk 1850 D-Mark, ein 5 1/4 Zoll Floppylaufwerk 780 D-Mark, jeweils plus Steuer gekostet.

Als die Sache fertig war, war die Sache in vielen Dingen bis zu 20mal schneller, aber es gab jetzt den ersten PC mit PC-DOS 1.0 und die Entwicklungen nahmen eine andere Richtung. Für CP/M hatte keiner mehr Interesse. Trotzdem, gelernt habe ich sehr viel dabei. Immerhin konnte ich jetzt auf Standardprogramme für CP/M zugreifen. Wordstar war gegenüber einer Schreibmaschine schon ein Quantensprung und mit Turbo-Pascal konnte man sehr komfortabel programmieren. Allerdings hatte ich mir schon für den Z80-Macro-Assembler eine so umfangreiche Werkzeugkiste an Macros geschaffen, dass ich damit genauso bequem programmieren konnte.

Danach habe ich mir dann frustriert einen Atari 1040ST mit einer 20MB Platte angelacht, denn ich hatte es erst einmal satt, ständig das Rad neu erfinden zu müssen und spielen wollte ich auch mal -- ohne vorher das Spiel selbst programmieren zu müssen.

Jetzt ist die Sache ruhiger geworden und es steht ein PC-Zoo (Netzwerk mit Gigabit-Ethernet) mit verschiedenen Betriebssystemen zu Hause. An Windows kommt man nicht vorbei und so ist Windows 10 (nach 3, 95, 98, NT, 7 und 8) dabei. Suse Linux und Red-Hat/Fedora Linux habe ich zu Gunsten von Solaris 10 aufgegeben. Nach der Übernahme von Sun durch Oracle -- und dem damit verbundenem Wechsel der Geschäftspolitik -- ist wiederum Solaris 10 durch Debian Linux ersetzt worden.

Die in diesem Zoo verbauten Platten mit einer Kapazität von über 100 TeraByte haben zusammen weniger gekostet, als damals die 20 MegaByte Platte am Atari oder das 8 Zoll Floppy-Laufwerk für den Z80-Rechner.

Weiterhin beschäftigt mich noch Textsatz mit LaTeX, BibTeX und Metafont. Es gibt auch ein paar Styles und Fonts, die ich entwickelt habe.

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Essen und Trinken (Du bist dick genug!!!)

Wer gut essen will muss auch gut kochen können und ein guter Wein gehört dazu. Leider kollidiert dieses Interessensgebiet oft mit dem Interessensgebiet Sport (und bleibt oft Sieger). Auch wenn mich so ein bis zweimal im Monat das Bedürfnis nach einem Mac Ribb packt, bin ich doch Sympathisant (mal nicht gleich Mitglied) von Slow food. Auch lege ich beim wochenendlichen Küchendienst viel Wert auf gute Ausrüstung (eben gutes Werkzeug!). Meine Empfehlung ist Manufactum (Vorsicht! Kaufrauschgefahr). Auf jeden Fall besitze ich mehr als 7 Regalmeter Kochbücher, die oft zur Inspiration (lukullische Pornos, besonders wenn die Rezepte gut fotografiert worden sind ;-) ) herhalten müssen. Ein entsprechend kritischer und viel zu oft völlig frustrierter Mensa-Gänger bin ich.

Neu ist das Thema Lagerfeuerküche

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Familie (Du kannst ruhig mal etwas für die Familie tun!!!)

Das Familienleben nimmt den größten Teil der Freizeit ein, denn jeder Teil der Familie fordert seinen Anteil an Aufmerksamkeit ein.

Meine Tochter Lynn Charlotte (*22.01.1993) ist jetzt für ihr Leben selbst verantwortlich. Meine Söhne Torben Frederik (*09.08.2000) und Malte Arved (*16.03.2003) kosten aber auch genug Zeit und Nerven.

Ansonsten steigt immer mehr die Notwendigkeit wieder einiges für mich und meine Gesundheit zu tun -- sprich Sport, Sauna und Ruhe. Ist man erst einmal über 50, dann ist es kein Spass mehr sondern der Kampf gegen die Zivilisationskrankheiten und das Alter. Wie war das noch? Bist Du erst einmal 50 und morgens tut nichts weh, dann bist Du tot ;-)

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Fantasy (So ein Quatsch!!! Das ist nur Flucht vor der Realität!!!)

in der Literatur und im Rollenspiel. Dabei ist seit 1988 auch ein eigenes Regelwerk entstanden. Leider ist das eigentliche Rollenspiel auf ein Minimum zusammengeschmolzen. Mal sehen wann meine Kinder daran Interesse finden. Zur Zeit interessiert mich ein echtes Reenactment mehr, als Papier, Bleistift und Würfel.

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Geschichte (Du warst bestimmt mal ein Ritter oder Wikinger!!!)

[Turmhuegelburg]

Nach einer langen Nacht am Lagerfeuer mit Bier und Met. Mttelaltery an der Turmhügelburg Lütjenburg 2017. Aufgenommen mit Nikon D80 und Sigma 30mm F1,4 EX DC.

Das Interesse gilt hauptsächlich dem gar nicht so dunklen Mittelalter in historischen Quellen, der Literatur, in guten Museen und dem Re-enactment. Gelegentlich fertige ich auch Repliken historischer Gegenstände an. Das größte Problem dabei -- neben der Zeit -- ist die Beschaffung halbwegs authentischer Vorprodukte, wie natürlich gegerbtes Leder, reines Leinen, handgeschmiedeter Carbonstahl, heimische Hölzer, Abwurfstangen von Hirsch-, Ren- und Elchgeweihen, größere Stierhörner. Allein diese Beschaffung ist schon ein langfristiges Abenteuer für Jäger und Sammler. Die Quellen sind verteilt über ganz Europa. So habe ich

Viele Erkenntnisse sind auch ins Regelwerk für mittelalterliche Rollenspiele eingegangen. Abgesehen davon bin ich Mitglied der Gesellschaft der Freunde der mittelalterlichen Burg in Lütjenburg e.V. und nehme regelmäßig an den Veranstaltungen der Turmhügelburg teil.

[Turmhuegelburg]

Turmhügelburg Lütjenburg am 6. September 2009. Aufgenommen mit Nikon D80 und Sigma 30mm F1,4 EX DC.

Impressionen in bewegten Bildern:

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Künstlerische Aktivitäten (Davon will ich aber auch einen Abzug haben!!!)

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Sammeln (Brauchst Du wirklich all diese Sachen ???)

Irgendwie wird jedes Interessensgebiet immer gleich zur Sammlung und irgendwie artet alles immer ganz schnell aus

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Sport und Outdoor-Aktivitäten (So oft gehst Du ja doch nicht hin!!!)

Die Interessen sind viele, allerdings kann ich froh sein, wenn wenigstens einmal in der Woche etwas draus wird, einer diesen Interessen auch wirklich nachzukommen.

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Survival (Erwartest Du morgen eine Katastrophe ???)

Aneignung von netten Fertigkeiten und Optimierung der Ausrüstung für die sportlichen Aktivitäten.

Nicht ganz unschuldig daran ist Rüdiger Nehberg. So musste ich als Schüler jeden Tag in Hamburg Wandsbek Gartenstadt umsteigen. Direkt an der Bushaltestelle befand sich ein Schreibwarengeschäft in dessen Schaufenster sich immer die neuesten Nachrichten und Bücher des benachbarten Konditors befanden. Gelegentlich habe ich mir dann in Nehbergs Konditorei auch ein Stück Kuchen gekauft und mich gefreut wenn ich mal Sir Vival ansichtig wurde. Erst sehr viel später bin ich bei einer Veranstaltung von Globetrotter mit Ihm ins Gespräch gekommen, nachdem sich meine Tochter schon eine Stunde bei Ihm rumgedrückt hatte.

Auch Globetrotter Ausrüstung hat seinen Anteil an diesem Vogel und ich bin dort schon so lange Kunde, dass ich das kleine Ladengeschäft in der Wandsbeker Chaussee aus den Anfängen und natürlich die Geschäftsgründer noch kenne.

Viele eigene Erfahrungen (im Urlaub, oder bei Ausbildungen des Alpenvereins und abenteuerlichen Lehrgängen der Bundeswehr, wie Einzelkampf und Winterkampf) sind ins Regelwerk für mittelalterliche Rollenspiele eingegangen.

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